Donnerstag, 1. Dezember 2016

Eine kleine Geschichte zum Nachdenken

...sie stammt von Johann Peter Hebel.
Es handelt sich um einen kleinen Floh.

"In der Seeschlacht von Trafalgar, während die Kugeln sausten und die Mastbäume krachten, fand ein Matrose noch Zeit, zu kratzen,wo es ihn biss, nämlich auf dem Kopf. Auf einmal streifte er mit zusammengelegtem Daumen und Zeigefinger bedächtig an einem Haare herab und ließ ein armes Tierlein, das er zum Gefangenen gemacht hatte, auf den Boden fallen. Aber indem er sich niederbückte, um ihm den Garaus zu machen, flog eine feindliche Kanonenkugel ihm über den Rücken weg, paff, in das benachbarte Schiff. Da ergriff den Matrosen ein dankbares Gefühl, und überzeugt, dass er von dieser Kugel wäre zerschmettert worden, wenn er sich nicht nach dem Tierlein gebücket hätte, hob er es schonend von dem Boden auf und setzte es wieder auf den Kopf. "Weil du mir das Leben gerettet hast", sage er: "aber lass dich nicht zum zweiten Mal attrapieren, denn ich kenne dich nimmer."
Diese Schachtelsätze sind nicht gern gesehen. Schwer zu lesen.


Was ist vergesslicher als Dankbarkeit?
(Friedrich Schiller)

Ich hasse jeden,
dessen Dankbarkeit erlischt?
Euripides)

Ich möchte nicht versäumen

Heike Schuhmacher

am Neckarstrand zu begrüßen.Herzlich willkommen.

Mittwoch, 30. November 2016

Dies und Das über das Lesen

Als ich gestern ein Buch holen wollte, fielen mir  folgende Worte von Rainer Maria Rilke in die Hände:

"Um mein Lesen staute sich die Zeit!
Ich las schon lange. Seit dieser Nachmittag, mit Regen rauschend, an den Fenstern lag. Vom Winde draußen hörte ich nichts mehr: Mein Buch war schwer.
Ich sah ihm in die Blätter wie in Mienen, die dunkel werden von Nachdenklichkeit, und um mein Lesen staute sich die Zeit. -


Auf einmal sind die Seiten überschienen, und statt der Wortverworrenheit steht: Abend, Abend...überall auf ihnen. Ich schau noch nicht hinaus, und doch zerreißen die langen Zeilen, und die Worte rollen vor ihren Fäden fort, wohin sie wollen. Da weiß ich es: Über den übervollen glänzenden Gärten sind die Himmel weit; die Sonne hat noch einmal kommen sollen.
Und jetzt wird Sommernacht, so weit man sieht:
Zu wenig Gruppen stellt sich das Verstreute, zu dunkel auf langen Wegen gehn die Leute, und seltsam weit, als ob es mehr bedeute, hört man das Wenige, das noch geschieht. Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe, wird nichts befremdlich sein und alles groß.
Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe, und hier und dort ist alles grenzenlos; nur dass ich michnoch mehr damit verwebe; wenn meine Blicke an die Dinge passen und an die ernste Einfachheit der Massen,- da wächst die Erde über sich hinaus. Den ganzen Himmel scheint sie zu umfassen: der erste Stern ist wie das letzte Haus."


Wer Bücher liest, wie man Freunde anhört, dem werden sie sich erschließen 
und zu eigen werden. Was er liest, wird nicht verfließen
und verloren sein, sondern bei ihm bleiben und ihm angehören
und ihn freuen und trösten, wie es nur Freunde können.
(Hermann Hesse)

Sonntag, 27. November 2016

...und schon wieder Wochenende!

Kinder wie die Zeit vergeht. Ich hatte mir viel vorgenommen. Aber leider kam es mal wieder anders.
Nicht immer geht es so, wie man es gern möchte.

Ich freue mich, dass ich zwei neue Gäste am Neckarstrand begrüßen darf:

Wolfgang Nießen
und
Regina von Hauszeit

Herzlich willkommen. Nehmt Platz und fühlt euch wohl hier.


Morgen feiern wir den 1. Advent. Eigentlich sollte nun eine besinnliche Zeit beginnen. Eigentlich..
dabei lässt die Hektik uns kaum zur Ruhe kommen und Weihnachten sind die meisten fix und fertig.
Das sollte und muss nicht sein! Ich bin eigentlich kein Beispiel - denn bei mir ist Ruhe und Besinnlichkeit. Ich lasse das Jahr gemütlich ausklingen und bilde mir ein, dass ich es mir verdient habe. Die letzten Wochen waren nicht gerade schön. Abgehakt und nach vorn geschaut! Ich halte es mit Demokrit:

Mut steht am Anfang des Handelns,
Glück am Ende.

Auch wenn es nur ein bescheidenes Glück ist - aber es ist Glück. Einfach mal darüber nachdenken. Und es gehört Mut dazu, immer wieder neu anzufangen - auch wenn man ganz unten ist. Manchmal hilft ein kleiner Schubser, ein liebes Wort oder ganz einfach nur ein Lächeln!



Es ist Advent!
Die Blumen sind verblüht im Tal,
Die Vöglein heimgezogen;
Der Himmel schwebt so grau und fahl,
Es brausen kalt die Wogen.
Und doch nicht Leid im Herzen brennt:
Es ist Advent!

Es zieht ein Hoffen durch die Welt,
Ein starkes, frohes Hoffen;
Das schließet auf der Armen Zelt
Und macht Paläste offen;
Das kleinste Kind die Ursach kennt:
Es ist Advent!

Advent, Advent, du Lerchensang
Von Weihnachtsfrühlingstunde!
Advent, Advent, du Glockenklang
Vom neuem Gnadenbunde!
Du Morgenstrahl von Gott gesendt!
Es ist Advent.
( Friedrich Wilhelm Kritzinger 1816-1890)

Freitag, 25. November 2016

Er hat viele Namen.....

..das Wintergemüse Grünkohl. Man kennt ihn auch unter Pflückkohl, Krauskohl oder Winterkohl.

http://www.naturata-gmbh.de/wp-content/uploads/62.jpg 

Grünkohl ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen.
Gestern erhielt ein eine nette kleine Geschichte von einem Kindergartenkind. So macht man ihnen den Grünkohl schmackhaft:

"Grün und ziemlich Kraus sind meine Blätter. Möchtest du wissen, wer ich bin.? Ich heiße Grünkohl. Gerade beginnt meine Ernte auf den Feldern.
Ich kann den ganzen Winter über bis zum März geerntet werden. Kälte und auch Frost machen mir nichts aus. Meine Fans schwören darauf, dass ich mit der Hand gepflückt werden muss. Ich gelte als prima Wintergemüse! Denn ich bin eine richtige Vitaminbombe.
Kaum ein anderes Gemüse kann mit mir mithalten, wenn es um Vitamin C und Vitamin E geht. Und mein Eiweiß und meine Kohlehydrate liefern viel Energie. Toll ist auch die Menge meiner Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Und ich punkte sogar mit Stoffen, die etwa Entzündungen vorbeugen. Früher konnte ich ziemlich bitter schmecken. Aber nun gibt es Sorten von mir, die nicht mehr so viele Bitterstoffe haben.
Außerdem: Wenn es richtig kalt wird, wandle ich Stärke in Zucker um. Dann schmecke ich süßlich! Meine Heimat sind  eigentlich Länder am Mittelmeer. Aber inzwischen fühle ich mich in Norddeutschland sehr wohl. Dort wachse ich hierzulande am häufigsten.
Je nach Region nennen die 
Leute mich auch Pflückkohl, Krauskohl oder Winterkohl."

Eine nette kleine Geschichte, wie ich meine. Es wäre schön gewesen, hätte man uns das Gemüse auch
so nahegebracht.

Wir denken selten an das,
was wir haben,
aber immer an das,
was uns fehlt.
(Arthur Schopenhauer)

http://www.essen-und-trinken.de/uploads/thumbnails/4610/00000014610/1024x1024/Geschmorter-Gruenkohl-d9d753b83fbed1a3207a8110c7aa1391_DSC09528.jpg

Montag, 21. November 2016

Einen schönen Wochenanfang...

......wünsche ich meinen lieben Leserinnen und Lesern.
Ich habe das Wochenende wirklich dazu verwendet, um in den Blogs viel nachzulesen. Mit dem Kommentieren fange ich in dieser Woche wieder an.



Das Dasein ist köstlich,
man muss nur den Mut haben,
sein eigenes Leben zu führen.
(Peter Rosegger)



Manchmal sagt man es nur aus Höflichkeit. Manchmal, weil es ein echtes Bedürfnis ist.  "Danke" - dieses Wort gehört zu den am häufigsten verwendet.
Die Momente, in denen ein Dank tief empfunden wird, sind sehr kostbar. Nach ihnen lohnt es sich zu suchen. Immer da, wo ein Dankeswort eine Brücke zwischen Menschen schlägt oder ein Gefühl des Dankes dazu beiträgt, dass jemand  sich heimisch fühlt in seinem Leben, erfüllt dieses Wort seinen eigentlichen Zweck.
Ich kann das nur bestätigen. Ich freue mich über jeden Tag, den ich erleben darf.

Sonntag, 20. November 2016

Ein schönes Wochenende..

Morgen ist Totensonntag. Der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Und in einer Woche ist schon der 1. Advent. Das Jahr ist bald vorbei. An diesem Wochenende sind schon die ersten Adventausstellungen. Alles geht schnell. Ich muss ganz offen gestehen, dass ich noch nicht in der Stimmung bin.


Ich verabschiede mich in das Wochenende und wünsche meinen lieben Leserinnen und Lesern entspannende Tage, wenig Regen - und ein paar Sonnenstrahlen. Ich selbst habe mir vorgenommen,
heute und morgen eine große Blogreise vorzunehmen. Ich werde es langsam angehen lassen.



Novemberabend
Kein Licht am Himmel,
Kein Laut auf den Gassen ...
In Dunkel und Stille,
Wie bin ich verlassen.

Es rauschen die Bäume ...
Der Wind hebt sich leise
Zu friedloser Irrfahrt,
Zu freudloser Reise.

Das Feuer im Ofen
Sinkt knisternd zusammen,
Von Asche begraben,
Ersticken die Flammen.

Die Lampe nur leuchtet
Hinein in das Zimmer
Und breitet um Alles
Den ruhigen Schimmer.

Sie weckt an den Wänden
Die Bilder der Lieben
Und segnet das Lied,
Das ich weinend geschrieben.

Und weiß wie ein Freund
Von vergangenen Tagen
Mir tausend vergessene
Dinge zu sagen.

Die tönen wie Märchen
Voll Sonne und Freude
Hinein in das graue,
Verlassene Heute.
Anna Ritter
(1865 - 1921), deutsche Dichterin und Novellistin

Freitag, 18. November 2016

Dies und Das über eine rote Schönheit

Er hat kräftig rote, hauchdünne Blütenblätter: Der Klatschmohn.


Er ist die Blume des Jahres 2017. Mit der Ernennung will die Loki-Schmidt-Stiftung darauf aufmerksam machen, dass Ackerwildblumen zunehmend verloren gehen. Der Klatschmohn, als relativ anspruchslose Pflanze,  ist ein "Überlebenskünstler". Aber auch er ist auf den Getreideäckern seltener geworden. Zu finden ist er auch auf Brachen, Schutthalden und in Gärten. Der Klatschmohn steht für viele andere bedrohte Ackerwildpflanzen und damit stellvertretend für den Verlust der bunten Vielfalt im Landbau. Unter der schwindenden Vielfalt leiden auch Insekten wie z.B. unsere Bienen.



Ich sehe noch die Kornfelder vor mir, an deren Rändern Mohn, Margeriten und Kornblumen verschwenderisch blühten. Es war ein herrlicher Anblick.

Mohnblumen

Mit roten Feldmohnblumen
Hatt’ ich dein Haar geschmückt,
Die roten Blumenblätter
Die sind nun alle zerdrückt.
Du bist zu mir gekommen
Beim Abendsonnenschein,
Und als die Nacht hereinbrach,
Da ließest du mich allein.
 
Ich höre die Stille rauschen
Und sehe die Dunkelheit sprühn,
Vor meinen träumenden Augen
Purpurne Mohnblumen blühn.
(Hermann Löns)