Freitag, 26. Mai 2017

Himmelfahrt war gestern,

dennoch möchte ich den Feiertag heute noch einmal aufgreifen. Er wird als Feiertag fast nur noch als Vatertag wahrgenommen. Und gestern war ein Tag, an dem die Väter wirklich auf ihre Kosten kamen. Das Wetter war gut und bereits am frühen Morgen zogen sie mit ihren Leiterwägelchen und auch  in Gruppen los. Überall waren die Hütten bewirtschaftet - also Ziele en masse. Und gerade eine solche Gruppe ausgelassener Herren hat mich zu den Überlegungen veranlasst.

 

Christi Himmelfahrt ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, an dem traditionell auch der Vatertag gefeiert wird. Ein bestimmtes Datum gibt es für den christlichen Feiertag Christi Himmelfahrt nicht, obwohl es sich dabei immer um einen Donnerstag handelt. Wann er stattfindet, wird vielmehr durch seinen zeitlichen Abstand zum Osterfest berechnet: Immer 39 Tage nach dem Ostersonntag beziehungsweise 40 Tage nach Ostern wird er gefeiert.
Die Berechnung bezieht sich auf ein bestimmtes Kapitel in der Bibel. In der Apostelgeschichte 1,3 wird beschrieben, dass Jesus nach seiner Kreuzigung und der folgenden Auferstehung noch 40 Tage zu seinen Jüngern sprach. Bis zum vierten Jahrhundert noch galt Himmelfahrt laut Angaben der Katholischen Kirche in Deutschland nicht als eigenständiger Feiertag, sondern wurde gleichzeitig mit der Feier zu Pfingsten zelebriert. Erst dann erhoben ihn die Christen zu einem speziellen Festtag.

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Für den Vatertag lässt sich nicht ein einziger Ursprung benennen. Wahrscheinlicher ist, dass sich verschiedene Traditionen vermischt haben. Zudem wird der Vatertag – auch "Herrentag" genannt – in verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Terminen gefeiert.
Es gibt laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" Deutungen, die den modernen Vatertag und Christi Himmelfahrt zusammenzubringen versuchen. Manche Wissenschaftler sehen die sogenannte Apostelprozession der Jünger Jesu zu einem Berg in Galiläa als Vorbild für die heutigen Umzüge am Himmelfahrtstag. Auch zu germanischer Zeit soll es Rechtsbräuche gegeben haben, die zum Beispiel Grundbesitzer zu regelmäßigen Begehungen ihrer Ländereien verpflichteten – oft fanden diese dann im Frühjahr statt.

In unserer deutschen Sprache gibt es nur ein Wort für den Himmel. In der Regel ist damit der sichtbare Himmel gemeint. In der englischen Sprache  gibt es zwei Wörter für Himmel. Es gibt das Wort  "sky", das den Wolkenhimmel meint. Das zweite Wort lautet  "heaven". Mit  "heaven"  wird der unsichtbare Himmel Gottes bezeichnet. In den Evangelien redet Jesus auch vom Himmelreich. Da das unsichtbare Himmelreich für uns Menschen schwer zu begreifen ist, gebraucht Jesus gern Bilder und Gleichnisse.


Mir dieser Nachlese zum Himmelfahrtstag möchte ich mich ins letzte Maiwochenende verabschieden. Ich wünsche meinen lieben Leserinnen und Lesern erholsame Tage. Genießt das sonnige Wetter.


Donnerstag, 25. Mai 2017

Dies und Das über die Avocado

Die Avocado ist schon lange keine Exotin mehr - bei vielen landet sie inzwischen regelmäßig auf dem Teller, meist als Dip oder Brotaufstrich. Dabei kann die als Superfood gefeierte Frucht viel mehr: Sie verfeinert Salate und Suppen, kann im Ofen gebacken oder als Grundlage für Süßspeisen verwendet werden.
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Obwohl die Avocado im Supermarkt oft beim Gemüse zu finden ist, gehört sie zu den Lorbeergewächsen und ist somit eine Beere. Was die Avocado so gesund macht, sind vor allem die ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Dazu kommen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium, aber auch Eisen und die Vitamine B, E und K, sowie das Provitamin A.
Im Supermarkt werden Avocados das ganze Jahr über angeboten. Meist kommen sie aus Südamerika, Südafrika, Israel und Spanien.Im Laden ist die Avocado oft noch etwas hart, doch bei Raumtemperatur reift sie schnelll nach. Wer nachhelfen möchte,  kann sie zusammen mit Äpfeln lagern. Diese verströmen ein Gas, das die Avocado schneller reifen lässt. Sie lässt sich wunderbar kombinieren, sowohl scharf als auch süß. Und auch aus dem Ofen schmeckt sie sehr gut.
Die Avocado ist eine Frucht, die bewusst genossen werden sollte: Umweltschützer kritisieren den hohen Wasserverbrauch für den Anbau in Ländern, in denen Trinkwasser teilweise knapp ist. Außerdem legen Avocados lange Transportwege zurück, bis sie bei uns um Supermarkt landen, es sei denn, wir bekommen die Ware aus Spanien oder Israel.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Dies und Das über das Leben

Heute teilen wir die Woche  und daher möchte ich mich kurz zu Wort melden. Ich habe in den letzten Tagen nicht kommentiert und auch etliche Mails nicht beantworten können. Ich hatte die letzten Einträge vorgepostet und so war ich zumindest damit präsent.



Man kann viel,
wenn man sich nur recht viel zutraut.
(Wilhelm von Humboldt)

Und für mich heißt es nun: Sich nicht unterkriegen lassen und mit neuem Mut vorangehen. Und es wird mir auch gelingen. Allerdings macht mir das Wetter sehr zu schaffen. Da muss ich sehr auf meinen Kreislauf achten. Aber daran gewöhnt man sich auch. Es geht alles etwas langsamer.


Nur wer sein Ziel kennt,
findet seinen Weg.
(Lao-Tse)


Ich freue mich sehr

Facile et beau gus


am Neckarstrand begrüßen zu dürfen. Du hast hierher gefunden, fühle dich wohl hier.


Nicht jeder, der uns schont,
ist ein Freund.
Nicht jeder, der uns tadelt,
ein Feind.
(Marc Aurel)

Ich fühle mich wieder so, dass ich heute zumindest auf eine kleine Blogrunde gehen werde. Und Morgen gibt es dann die große Runde. Hoffentlich habe ich nicht zu viel versprochen.
Habt einen sonnigen Tag!


Dienstag, 23. Mai 2017

Dies und Das über den Nagellack

Gepflegete Fingernägel sind immer ein Hingucker. Aber so arg lange benutzen wir den Nagellack noch nicht. Ausgerechne der Autoindustrie verdanken wir einen der begehrtesten Kosmetikartikel überhaupt. Denn dort wurden in den 20er- und 30er-Jahren neue, stark deckende Farbpigmente  eingesetzt.
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1932: Charles Revson und sein Bruder Joseph, ein Chemiker, stellen mit Charles Lachman einen farbintensiven, deckenden Nagellack her, der sich streifenfrei auftragen lässt. Er basiert nicht auf Farbstoffen, sondern auf neuartigen Farbpigmenten, die sich besser auflösen lassen und eine größere Auswahl an Farben ermöglichen. Die Marke Revlon ist geboren. Sie bringt Rottöne von Hellrot bis Purpurrot auf den Markt und propagiert in den 30er Jahren als erste den Trend, Lippen und Nägel in gleichem Farbton zu schminken.


2009 Auf der Pariser Fashion Week im März 2009 stimmt Karl Lagerfeld den Nagellack auf die Accessoires der Couture-Kleider ab und ebnet damit den Weg für den ungewöhnlichen Farbton blassgrün. Armani eröffnet mit Greige einer neuen eleganten Grau-Variante den Weg auf die Nagelspitzen und in die Herzen der Konsumenten.

2010 wird der Trend zu mutigen Farben fortgeführt. Mit Chanel als Vorreiter setzen sich sommerliche Candy Colors und im Herbst vor allem Lila-, kräftige Blau-Töne, sowie Greige-Nuancen durch.

Heute stellen Fingernägel oftmals kleine Kunstwerke dar.

Montag, 22. Mai 2017

Dies und Das über Rhabarber

Ich liebe Rhabarber über alles und freue mich immer wieder darauf, wenn die Saison beginnt.
Das aus dem Himalaja-Gebirge stammende Gemüse verbreitete sich erst ab dem 18.Jahrhundert in Mitteleuropa. 1848 erfolgte schließlich in Hamburg-Kirchwerder der erste gewerbsmäßige Rhabarber-Anbau in Deutschland. Mit seiner Reife steigt der Gehalt an Oxalsäure im Rhabarber. Deshalb sollte er ab Juli nicht mehr geerntet werden.
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Momentan liest man sehr viel darüber, dass Rhabarber giftig sei. Was hat es damit auf sich?
Fakt ist: Das Gemüse enthält sehr viel Oxalsäure, welche sich unter Umständen negativ auf den Körper auswirkt. 
Der Verzehr von Rhabarber kann giftig sein – vorausgesetzt, wir essen zu viel davon roh. Das Gemüse gehört zu den Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Oxalsäure: Rund 500 Milligramm pro 100 Gramm.
„Oxalsäure kann in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen“, so Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, in einem Bericht der "Apotheken Umschau". Tatsächlich ist es aber so, dass die meiste Oxalsäure in den Blättern des Gemüses steckt, weshalb diese als giftig zu bezeichnen sind. Die essbaren Stangen des Rhabarbers sollte man gerade in roher Form nur in geringen Mengen verzehren.

Eine Eigenschaft der Oxalsäure ist es, Verbindungen mit Mineralstoffen einzugehen, die dann nicht gut vom Körper aufgenommen werden können, warnt Gahl: „Oxalsäure bindet an Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium und geht mit ihnen Komplexe ein.“ Eine Gefahr geht vom Komplex aus Oxalsäure und Kalzium aus. Die durch diese Verbindung gebildeten Kristalle können sich unter Umständen ablagern und zu Blasensteinen oder Nierensteinen führen. Wer zu derartigen Erkrankungen neigt, sollte oxalsäurehaltige Lebensmittel meiden oder nur in geringen Mengen konsumieren.

Neben Rhabarber betrifft dies übrigens auch Mangold, Sauerampfer und Spinat. Diese Gemüse sollten Sie möglichst nicht mit Rhabarber kombinieren. Die Frage, ob Rhabarber giftig ist oder nicht, hängt also sowohl von der Verzehrmenge und der Erntezeit, als auch von der Person ab, die das Gemüse isst.
Tipp: Beim Schälen und Kochen der Stängel wird der Oxalsäuregehalt reduziert, da ein Teil der Säure in das Kochwasser übergeht. Der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern in Bonn empfiehlt außerdem, Rhabarber zusammen mit Milchprodukten zu verzehren, da das darin enthaltene Kalzium die Oxalsäure bindet.
(Quelle: Nabu, Apotheken Rundschau)

Samstag, 20. Mai 2017

Dies und Das über das Taschentuch

Ich weiß noch genau, wie ich viele, viele Taschentücher umhäkelt habe. Ein solches Taschentuch war eine Zierde. Heute sind sind längst aus der Mode gekommen, wie so vieles.
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Das Tempo-Taschentuch hat seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Doch wer hat es erfunden?
Am 29. Januar 1929 meldete Oskar Rosenfelder auf dem Berliner Patentamt das Papierschnupftuch zum Patent an. Es bestand aus reinem Zellstoff und war den Angaben seines Erfinders zufolge  "seidenweich, saugfähig und hygienisch". Unter dem Namen TEMPO wurden die praktischen Taschentücher in den Folgejahren weltberühmt - und unentbehrlich.

Ranga Yogeshwar  hat die Geschichte des Taschentuches aufgezeigt. Sehr interessant, was er alles heraus gefunden hat:

 

Die ersten Taschentücher waren übrigens nicht zum Naseschnäuzen gedacht. Das tat man damals mit Daumen und Zeigefinger, die man dann am Ärmel oder am Tischtuch abwischte! Das einfache Volk schnäuzte mal mit der rechten, mal mit der linken Hand; die feinere Gesellschaft hingegen schnäuzte ausschließlich links. Taschentücher hingegen waren ein Statussymbol, oft aus teuren Stoffen wie Seide, mit Perlen, Gold und Edelsteinen bestickt.
Sie wurden vom 13. Jhd. an von einem sehr engen Kreis der vornehmen Gesellschaft gebraucht. Das edle Tuch diente mehr als elegantes Zubehör zur Kleidung. Manche wurden sogar in kostbarem Parfum getränkt – die einstigen Städte stanken bestialisch!
In der High-Society der Höfe entwickelte sich mit der Zeit eine ausgefeilte Taschentuchsprache: So bedeutete das Schwenken des Taschentuchs beim Abschied: "Ich werde dir treu bleiben"; ein Taschentuch, aus dem Fenster gehängt: "Vorsicht, ich werde überwacht", ein Taschentuch, das wie zufällig aus einer Hosentasche fallengelassen wurde: "Mein Herz ist vergeben." Und natürlich wurde das Taschentuch zum Liebespfand schlechthin!
Die Formenvielfalt der Tücher war gewaltig: runde, dreieckige, rechteckige – und offensichtlich missfiel das der französischen Königin Marie Antoinette. Ihr Gemahl Ludwig XVI. veranlasste daraufhin eine Verordnung, wonach Taschentücher so lang wie breit zu sein hatten.
Dann kam die Französische Revolution; König und Königin wurden hingerichtet und das Taschentuch wurde demokratischer. Zunächst noch aus Stoff und ab 1929 aus Papier. Diese Papiertaschentücher haben die Welt erobert. Darin schnäuzt sich Arm und Reich. Doch das quadratische Maß ist geblieben – weil es einst einer Königin gefiel ...


Und mit einem herzlichen "Winke-winke" verabschiede ich mich ins Wochenende. Geniesst es, was immer ihr vorhabt.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Dies und Das und die Nachbarschaft


Gestern traf ich meine Nachbarin. Wir leben seit mehr als 40 Jahre nebeneinander. Sie erkannte mich nicht mehr. Der geistige Abbau geht rasant voran - körperlich ist sie noch einigermaßen fit. Sie kam aus der Tagespflege und wusste nicht wo sie war. Ihre Schwiegertochter nahm sie in Empfang und sie ging nur widerwillig mit ins Haus. "Was willst du von mir - ich wohne hier nicht".
Mich ließ diese Begegnung nicht mehr los. Ich setzte mich in meinen Sessel und sinnierte über das eben erlebte nach. Was ist geschehen? Ich habe es seit mehr als zwei Jahren bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Sie litt unter Wortfindungsstörungen und oftmals sprach sie alles durcheinander. Und dann kam der Zeitpunkt, als sie mich und oftmals ihre eigenen Kinder nicht mehr erkannte.
Frau G. ist etwas älter als ich. Und unser Leben ist der absolute Gegensatz. Sie ist körperlich fit - aber ansonsten  dement. Sie nimmt ihre Umwelt nicht mehr wahr. Lebt in der Vergangenheit - wenn überhaupt. Und das Gegenstück bin ich. Ich bilde mir ein, geistig noch fit zu sein, dafür macht der Körper nicht mehr mit. Und da stellt sich mir die Frage: Was ist schlimmer, nichts mehr wahrzunehmen und in den Tag zu leben oder geistig fit zu sein und erleben müssen, wie die Kräfte nachlassen? Noch kann ich mich allein versorgen aber ich muss mir Gedanken darüber machen, wie es irgendwann weitergehen soll.  Ich schiebe den Gedanken von mir. Ist das Feigheit - Vogel-Strauß-Politik? Ich weiß es nicht - vielleicht will ich es auch nicht wissen. Das sind ganz einfach nur Gedanken, die wichtig genug sind, dass man über sie nachdenkt. Und das habe ich getan.



Das grosse Glück, noch klein zu sein,
sieht wohl der Mensch als Kind nicht ein,
und möchte, dass er ungefähr
schon 16 oder 17 wär.

Doch dann mit 18 denkt er: Halt,
wer über 20 ist, ist alt.
Kaum ist die 20 grad geschafft,
erscheint die dreissig greisenhaft.

Und an die 40, welche Wende
Die 50 gilt beinah als Ende.
Doch nach der 50, peu à peu,
schraubt man das Ende in die Höh.

Die 60 scheint jetzt ganz passabel
Und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still,
ich werde 80, so Gott will.

Wer dann die 80 überlebt,
zielsicher nach der 90 strebt.
Dort angelangt, zählt man geschwind,
die Leute, die noch älter sind.
(Wilhelm Busch)